Genitalchirurgie - Beschneidung - Schamlippenkorrektur

Genitalchirurgie
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Ob Mann oder Frau - Die Genitalchirurgie ist zu einem viel diskutierten Thema geworden. Wer mit seinem Geschlechtsorgan unzufrieden ist, leidet darunter oftmals sehr. Bei vielen Menschen führt das zu regelrechten Komplexen. Das geht teilweise soweit, dass sie sich ihrem Partner nicht mehr nackt zeigen möchten. Das Sexualleben wird dadurch zwangsweise beeinträchtigt. Glücklicherweise bietet die moderne Genitalchirurgie die Möglichkeit, die Geschlechtsorgane operativ zu verschönern. Diese Form der Schönheitsoperationen sind umstritten, weil Kritiker behaupten, dass übertriebene Vorstellungen der Werbung und Medien einen Bedarf entstehen lassen, der ansonsten nicht vorhanden wäre. Andererseits aber ist es als positiv zu betrachten, dass man Menschen, die unter einem Makel leiden, mit der heutigen Chirurgie helfen kann. Diese bietet je nach Bedarf eine Vielzahl an operativen Möglichkeiten. Bei Männern reichen diese von der Beschneidung bis hin zur Sterilisation, bei Frauen von der G-Punkt Intensivierung bis hin zur Schamlippenkorrektur.
Die bekannteste genitalchirurgische Massnahme für Frauen dürfte die Schamlippenkorrektur (in Fachkreisen als Labiaplasty bekannt) sein. Besonders die Schamlippenverkleinerung ist populär geworden. Dabei werden die inneren Schamlippen, die äusseren Schamlippen oder beide gemeinsam verkleinert. Der Eingriff wird ambulant und unter Vollnarkose durchgeführt. In den vergangenen 15 Jahren hat sich diese chirurgische Massnahme enorm weiterentwickelt. Wurde früher noch eine Amputation der vorstehenden Abschnitte und eine anschliessende Vernähung vorgenommen, so setzen moderne Chirurgen mittlerweile einen Laser ein. Der Eingriff dauert maximal eine Stunde und ist nur mit geringen Nebenwirkungen, leichten Beschwerden und Schwellungen in den ersten zwei Wochen verbunden.
Die Schamlippen lassen sich nicht nur verkleinern, sie können auch vergrössert werden. Bei einer Schamlippen-Vergrösserung wird der Frau körpereigenes Fett abgesaugt, um das Volumen der Schamlippen mit einer Fett-Transplantation zu maximieren. Auch bei dieser Massnahme sind die Nebenwirkungen gering. Lediglich mit einer leichten Schwellung ist zu rechnen.
Eine weitere Massnahme zur optischen Gestaltung der weiblichen Genitalien stellt die Verkleinerung des Venushügels dar. Gewichtszunahmen, Genetische Veranlagungen oder die Wechseljahre können dazu führen, dass der Venushügel durch die Kleidung hindurch sichtbar ist. Mit einem unkomplizierten Eingriff, der unter einer lokalen Betäubung durchgeführt wird, lässt sich das beheben. Der Chirurg injiziert eine Flüssigkeit, sodass die Zellen für die Fettabsaugung angeregt werden. Das überschüssige Gewebe lässt sich daraufhin absaugen.
Genitalchirurgische Massnahmen dienen allerdings nicht nur einem ästhetischen Zweck. Ein Lustgewinn im Sexualleben kann ebenfalls die Motivation sein. Eine G-Punkt Intensivierung verbessert zum Beispiel die Orgasmusfähigkeit. Der G-Punkt wird dabei durch gezieltes Unterspritzen mit Hyaluronsäure, Eigenfett oder Kollagen vergrössert und angehoben. Dadurch wird beim Geschlechtsverkehr eine stärkere Stimulation des G-Punktes möglich sein. Leider bleibt dieser Effekt nur für eine Dauer von 6 bis 12 Monaten bestehen. Manche Frauen lassen daher regelmässig eine Intensivierung vornehmen. Der Eingriff wird ambulant vorgenommen, ist schmerzlos und dauert nur 20 Minuten. Bereits vier Stunden danach ist Geschlechtsverkehr bedenkenlos möglich.
Bei Männern ist die Beschneidung die bekannteste genitalchirurgische Massnahme. Nicht nur religiöse, sondern auch hygienische Gründe können für eine Beschneidung sprechen. Durch die teilweise vollständig Entfernung der Vorhaut wird zum Beispiel die Keimbesiedlung der Eichel und die Ansammlung von Smegma erschwert. Der Eingriff ist relativ unproblematisch. Je nach Chirurg können die Massnahmen zur Beschneidung unterschiedlich sein. In Europa wird die Vorhaut meist mit einem scharfen Skalpell durchgetrennt. Komplikationen, wie zum Beispiel eine Verwachsung zwischen der Haut und der Eichel, sind äusserst selten.
Möchten Mann und Frau ihre Sexualität geniessen, ohne Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft haben zu müssen, könnte eine Sterilisation die geeignete Massnahme sein. Allerdings nur, wenn man sicher ist, auch später keine Kinder bekommen zu wollen. Die Sterilisation kann sowohl bei einer Frau wie auch bei einem Mann durchgeführt werden. Entscheidet sich die Frau für die Sterilisation, wird die Eileiter abgebunden oder ein Stück von ihr entfernt. Alternativ lässt sich auch der Fransentrichter entfernen. Auch beim Mann gibt es unterschiedliche Massnahmen zur Sterilisation. Um dafür zu sorgen, dass der Mann keine befruchtungsfähigen Samen mehr produziert bzw. diese das Glied nicht verlassen, können zum Beispiel die Samenleiter mit Stichen und Metall-Klammern geschlossen werden.
Sollte der Mann sich später umentscheiden und doch Kinder bekommen wollen, könnte eine Refertilisierung erfolgen. Bei diesem mikrochirurgischem Eingriff lassen sich die Enden der Samenleiter zum Beispiel wieder freilegen. Allerdings führt diese Massnahme nicht immer zum Erfolg. Eine Sterilisation sollte daher immer gut durchdacht sein.