Haartransplantation - Haar-Transplantation - Haarverpflanzung

Haartransplantation
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Volles Haar steht für Jugendlichkeit, Schönheit und Attraktivität. Laut dem Attraktivitätsforscher Prof. Dr. Henss aus Saarbrücken wird Männern mit vollem Haar mehr Erfolg zugetraut. Wird die Haarpracht also lichter, könnte das sogar einem beruflichen Weiterkommen hinderlich sein. Ausserdem schneiden Männer mit vollem Haar auch in der Schönheits-Bewertung meist besser ab als Männer mit Geheimratsecken oder gar einer Glatze. Umso ärgerlicher ist die Tatsache, dass nahezu jeder Mann früher oder später von Haarausfall betroffen ist. Die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein. Haarausfall ist nicht nur eine Alterserscheinung. Krankheit, Stress, Medikamenten-Einnahmen oder ein übermässiger Zigarettenkonsum können ebenfalls die Haare weniger werden lassen.
Glücklicherweise ist kein Mensch dazu gezwungen, mit einer Glatze herumzulaufen. Früher griffen die Menschen zu einer Perücke, heutzutage geht man zu einem Chirurgen und lässt eine Haartransplantation (Haarverpflanzung) vornehmen. Dieser Eingriff ist längst gesellschaftsfähig geworden. Sogar Hollywoodstar Nicolas Cage, Politiker Silvio Berlusconi und Fussballspieler Wayne Rooney haben sich einer Haartransplantation unterzogen. Die Kosten dafür können sehr unterschiedlich hoch sein. Müssen nur wenige Haare eingepflanzt werden, zum Beispiel um eine Geheimratsecke zu schliessen, sind die Kosten weitaus geringer als wenn eine kahle Glatze mit einem vollem Haar bestückt werden muss. Die Preisspanne ist daher sehr gross und liegt zwischen 2'000 und 15'000 Franken. Daher sollte man sich von mehreren Chirurgen ein unverbindliches Angebot unterbreiten lassen.
Auch wenn es häufig angenommen wird, sind Haartransplantationen keine Erfindung aus dem 20. Jahrhundert. Laut Historikern gab es bereits im 18. Jahrhundert Versetzungen behaarter Hautteile bei Tieren und Menschen. Die Ergebnisse waren allerdings oft nicht zufriedenstellend. Das änderte sich im Jahre 1939, als der japanische Hautarzt Dr. Okuda die Durchschlagtechnik (auch bekannt als Punchtechnik) erfand. Dabei wurden mit 4 mm Zylindern behaarte Hautteile verpflanzt. Diese Methode gilt aber heutzutage als veraltet. Häufiger angewandt wird die Methode Mini/Micrografts (MMG). Aus dem Haarkranz wird dabei ein behaarter Hautstreifen entnommen und in mittlere Hautteile und kleinere Hautteile mit Haarwurzeln zergliedert. Diese Grafts werden daraufhin in die gewünschten Gebiete eingesetzt. Der Eingriff, der unter einer örtlichen Betäubung durchgeführt wird, dauert zwischen drei und neun Stunden.
Eine Weiterentwicklung dieser Methode ist die Streifenentnahme und Einsetzung follikularer Einheiten. Die Operation beginnt ähnlich wie die Vorgängermethode: Auch hier wird aus dem Haarkranz ein Hautstreifen entnommen. Der Unterschied ist allerdings, dass der Hautstreifen unter einem hochauflösenden Mikroskop in die natürlichen Bündelungen des Haares zergliedert wird. Eine noch modernere Variante im Bereich der Haartransplantationen stellt die Follicular Unit Extraction dar. Dabei handelt es sich um die Entnahme, Zwischenlagerung und Implantation follikularer Einheiten. Der Vorteil ist, dass die Haare bei dieser Methode nicht einzeln, sondern in natürlichen Bündelungen wachsen. Es besteht sogar die Möglichkeit, Körperhaare zu transplantieren. Zu beachten wäre allerdings, dass Körperhaare meist eine andere Farbe und eine andere Struktur haben als die Kopfbehaarung.
Eine Haartransplantation stellt nicht die einzige Möglichkeit dar, um etwas gegen den Haarausfall zu unternehmen. Die Pharmaindustrie hat ebenfalls auf den Bedarf reagiert und bietet entsprechende Medikamente an. Allerdings können diese lediglich den weiteren Haarausfall stoppen. Bereits ausgefallene Haare bleiben verloren. Trotzdem sind die Kosten verhältnismässig hoch. Mit 100 Franken monatlich ist zu rechnen. Aus diesem Grund sind Haartransplantationen meist erfolgversprechender und langfristig sogar preiswerter.