Kinnkorrektur - Kinnvergrösserung - Kinnverkleinerung

Kinnkorrektur
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Die meisten Menschen schenken ihrem Kinn keine grosse Aufmerksamkeit. Anders verhält es sich nur, wenn man mit seinem Kinn unzufrieden ist. Ein übergrosses Kinn, in Medizinkreisen als Hypergnathie bekannt, lässt das Gesicht länger erscheinen. Die bekannteste deutsche Persönlichkeit mit einem übergrossen Kinn dürfte Michael Schumacher sein. Während der vielfache Formel 1 Weltmeister damit kein Problem zu haben scheint, empfinden gerade Frauen ein langes Kinn oft als ein Makel. Aber auch ein zu kleines Kinn, in Medizinkreisen wird von einem fliehenden Kinn oder Hypognathie gesprochen, macht vielen Menschen zu schaffen. Der Grund ist, dass ein unterproportioniertes Kinn die Nase grösser erscheinen lässt. Wer unter diesem Makel stark leidet, könnte sich einem Schönheitschirurgen anvertrauen und eine Kinnkorrektur vornehmen lassen.
Die Behandlungsmethode bei einer Kinnkorrektur hängt von dem jeweiligen Makel ab. Im Falle eines Doppelkinns genügt oftmals schon eine Fettabsaugung, bei der die Fettpolster unterhalb des Kinns entfernt werden. Dieser Eingriff ist relativ unproblematisch. Eine Vollnarkose ist meist nicht notwendig. Eine örtliche Betäubung ist ausreichend. Risiken gibt es bei dieser Behandlung kaum. Schlimmstenfalls können kleine Narben zurückbleiben, die aber meist nicht sichtbar sind. Bei jüngeren Menschen, bei denen das Bindegewebe noch stark ist, führt ein einziger Eingriff meist zu dem gewünschten Ergebnis. Bei Älteren mit einem schwachen Bindegewebe ist von zwei Eingriffen auszugehen. Sollte eine Fettabsaugung nicht ausreichend sein, zum Beispiel weil das übergrosse Kinn auf die Knochen zurückzuführen ist, führt nur ein chirurgischer Eingriff (Kinnverkleinerung) zum Erfolg. Das heisst: Der Knochen wird abgefeilt oder verkürzt. Bei letzterer Variante wird der Kieferknochen durchtrennt, damit sich ein keilförmiges Stück entnehmen lässt. Daraufhin wird die Kinnplatte mit einer Metallplatte fixiert und die Kinnpartie mit Heilpflastern versorgt. Nach 30 bis 60 Minuten ist die Kinn-Operation abgeschlossen. Ein Jahr später erfolgt ein zweiter, etwas kürzerer Eingriff, bei dem die Metallplatte entfernt wird. Erst damit ist die Kinnkorrektur abgeschlossen.
Sollte der Patient hingegen unter einem zu kleinen Kinn leiden, wird ein Implantat eingesetzt, damit es zu einer Kinnvergrösserung kommt. Dabei gibt es zwei Varianten: Ein Implantat aus Kunststoff oder ein Implantat aus körpereigenen Substanzen (Knochen, Silikon oder Knorpel). Letztere Variante bringt den Nachteil mit sich, dass im Vorfelde bereits ein Eingriff notwendig ist, um die körpereigenen Substanzen zu entnehmen. Der Vorteil an dieser Massnahme ist dafür, dass die Substanzen vom Körper im Normalfall angenommen werden. Bei einem Kunststoffimplantat ist die Gefahr, dass der Körper das Material abstösst, deutlich grösser. Körpereigene Substanzen bringen aber auch das Risiko mit sich, dass sie vom Körper langfristig abgebaut werden. Diese Gefahr besteht wiederum bei einem Kunststoffimplantat nicht. Betrachtet man diese beiden Massnahmen nur aus ästhetischer Sicht, wäre das Kunststoffimplantat vorzuziehen, weil sich dieses einfacher gestalten lässt. Unabhängig vom Material gilt, dass der Schnitt, um das Implantat einzuführen, meist im Mund, zwischen Zahlfleisch und Unterlippe, vorgenommen wird. Dadurch bleiben bei dieser Art von Kinnkorrektur keine sichtbaren Narben zurück.
Chirurgische Eingriffe am Kinn sind mit einem Klinikaufenthalt von bis zu drei Tagen verbunden. Auch die Nachsorge ist wichtig. In den ersten zwei Wochen nach dem Klinikaufenthalt gilt, dass man wenig kauen, lachen oder sprechen darf. Sollte der Schnitt im Mundinneren vorgenommen worden sein, darf man ausserdem 14 Tage keine alkoholischen und säurehaltigen Getränke konsumieren. Selbiges gilt für Tee, Kaffee und Milch. Sonneneinstrahlung ist in den ersten drei Monaten ebenfalls zu meiden.
Wie bei jeder Schönheitsoperation gilt auch bei einer Kinnkorrektur: Komplikationen, wie zum Beispiel eine Verletzung des Unterkiefers, lassen sich nicht zu 100 Prozent ausschliessen. In schlimmsten Fällen ist das mit einer Sensibilitätsstörung im Bereich der Unterlippen verbunden. Bei einer Knochenverlagerung ist es zudem möglich, dass Kanten am Kinn entstehen. Diese sind allerdings meist nicht sichtbar, sondern lediglich zu ertasten.